Recht

Die Notwendigkeit Steuern zu erheben

Wie würde unser Land aussehen, wenn keine Steuern mehr erhoben würden? Es wäre nicht mehr möglich, Straßen auszubauen oder zu restaurieren. Schulen und Kindergärten müssten geschlossen werden. Menschen, die längere Zeit arbeitslos sind, müssten um ihren Lebensunterhalt bangen und die Gerichte müssten schließen. Die Folge wäre vermutlich eine hoffnungslose Anarchie. Doch wenn man dann vom Finanzamt die Steuererklärung bekommt, ist man in aller Regel alles andere als begeistert, die Steuern zu zahlen. Nur selten wird man Mitmenschen erleben, die bei der Ansicht des Steuerbescheids freudig in die Hände klatschen und rufen: „Super! Damit ist der Kindergartenplatz für meine Tochter finanziert!“ Es gelingt meist nur schwierig, die eigene Steuerlast mit einer öffentlichen Leistung in Verbindung zu bringen.

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Erschwert wird das vor allem auch dann, wenn die Medien wieder einmal von Großprojekten berichten, die nun wirklich nicht den Eindruck erwecken, unsere Steuergelder wären gut angelegt. Ob es sich dabei um den Bau von Regionalflughäfen handelt, die keine Fluggäste haben oder von Hauptstadtflughäfen, die einfach nicht zum Abschluss kommen oder um Norddeutsche Philharmoniehäuser, wenn die Großprojekte teuerer werden als ihre Kalkulation, dann ist das nicht gerade ein Grund, den Steuerzahler beim Anblick des eigenen Steuerbescheides zu begeistern. Doch es ist richtig und wichtig, dass wir unsere Steuern bezahlen. So viel wie nötig, aber auch nicht mehr als nötig. Und diesen Punkt zu finden, ist gar nicht immer so einfach. Wer als Unternehmer zu viele Steuern bezahl gerät in einen Wettbewerbsnachteil. Wer aber weniger Steuern bezahlt als das Steuerrecht vorsieht, kommt in die Schieflage des Illegalen. Das Steuerstrafrecht sieht vor, dass der Steuersünder sich mit einer Selbstanzeige (wird sie den korrekt und vollständig durchgeführt) dem Strafverfahren entziehen kann. Ein Unikum im Deutschen Strafrecht. Andere Straftäter können sich nicht mit einer Strafanzeige in ähnlicher Weise befreien. Aber wenn das sprichwörtliche Kind einmal in den Brunnen gefallen ist, dann sollte man einen Rechtsanwalt aufsuchen und die eigene Buchhaltung wieder in das ruhige Gewässer der Legalität zurück führen.

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