Wer unter Sodbrennen leidet sucht meist nach schneller Hilfe. Typisch ist das Auftreten von Sodbrennen nach einem üppigen und / oder hastigen Essen oder nach dem Trinken von säurehaltigen Getränken, da dies die Produktion von Magensäure anregt. Übersäuerung ist eine der Ursachen für Sodbrennen.
Durchschnittlich produziert ein gesunder Erwachsener etwa zwei Liter Magensaft pro Tag, wobei sein Hauptbestandteil die Magensäure ist. Chemisch betrachtet handelt es sich dabei um Salzsäure, weshalb der Magen auch über einen besonderen Säureschutz verfügt.
Zwischen den Mahlzeiten erfolgt eine kontinuierliche Grundversorgung mit Magensäure, kurz vor und während der Nahrungsaufnahme wird ihre Produktion verstärkt. Dabei kann bereits der Geruch, der Anblick oder sogar der Gedanke an Essen die Säurebildung steigern. Ebenso stimulieren Hormone, wie das Gastrin und das Histamin die Säurebildung. Das zeigt, wie stark psychische Faktoren an der Säurebildung beteiligt sind und erklärt wie Stress ein Risikofaktor für einen übersäuerten Magen sein kann: Er verändert psychisch und hormonell die Stoffwechsellage.

Die Säureproduktion wird zusätzlich durch lokale Einflüsse, wie die Nahrung selbst, bzw. die Dehnung des Magens durch den Speisebrei angeregt. Ein übervoller Magen produziert entsprechend viel Magensäure.
Bestimmte Nahrungsbestandteile wie Koffein, Alkohol und viele Gewürze aber auch Nikotin stimulieren über das Gastrin die Magensäureproduktion.
Die Magensäure erfüllt wichtige Aufgaben: Sie bereitet die Nahrung auf, so dass der Darm die Verdauung vollenden kann, sie aktiviert viele Enzyme, welche die Nahrung in ihre Bausteine zerlegen und sie zerstört einen Großteil der Bakterien, die mit der Nahrung aufgenommen wurden.
Damit der Magensaft überall hinkommt, knetet der Magen über Muskelkontraktionen (Peristaltik) seinen Inhalt gut durch. Ein spezieller Schließmuskel, der Ösophagussphinkter, verhindert, dass Mageninhalt in die Speiseröhre zurück gedrückt wird. Übermäßige Säureproduktion, zu wenig oder zu viel Peristaltik, eine Magenüberdehnung sowie ein übergroßer Druck auf den Schließmuskel können diesen in seiner Funktion stören, so dass es doch zum Rückfluss kommt. Da die Speiseröhre keinen Schutz gegenüber der ätzenden Magensäure besitzt, kommt es dann zum Sodbrennen.
Erleichterung kann schon das Stoppen der Nahrungsaufnahme und ein Lockern der Kleidung bringen. Ein kleiner Spaziergang kann die weitere Verdauung unterstützen. Ebenso das Trinken von Magensäure-verdünnenden Getränken wie Wasser oder Kräutertee, was zudem hilft, die Säure aus der Speiseröhre zu spülen. Säure-neutralisierende Hausmittel wie Nüsse, Haferflocken oder trocken Brot können ebenfalls die Beschwerden kurzfristig lindern. Weitere Hilfsmöglichkeiten sind im Internet über die Suche Sodbrennen – Was-tun? zu finden.
Langanhaltendes oder immer wiederkehrendes Sodbrennen, sollte man jedoch rechtzeitig von einem Arzt abklären lassen, da dies eine ernsthafte Störung anzeigen kann.


